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Betreuung und Eingliederung Wohnbereich für
alkoholkranke Menschen

Wohnbereich für alkoholkranke Menschen

Das Pflege- und Betreuungsheim Ortenau Klinikum hat zeitgleich mit dem Bezug des von 1999 bis 2001 renovierten Gebäudes „Haus Sommerhalde“ neue Wege bei der Betreuung alkoholkranker Menschen beschritten. Im Haus Sommerhalde befindet sich der Wohnbereich 7 mit insgesamt 30 Plätzen für alkoholkranke Männer und Frauen. Viele von ihnen haben aufgrund langjährigen Alkoholmissbrauchs körperliche Einschränkungen oder leiden zusätzlich an einer psychischen Erkrankung.

Ziel unserer Arbeit auf dem Wohnbereich 7 ist es, den alkoholkranken Menschen dabei zu helfen, auf Dauer ein abstinentes Leben führen zu können. Bei einigen von ihnen ist es auf dieser Grundlage möglich, sie auf ein Leben in einer Außenwohngruppe oder im Betreuten Wohnen vorzubereiten.

Über unsere Alkoholkonzeption werden die an einem Heimplatz Interessierten bei einem ersten Gespräch detailliert informiert. Ihr Einverständnis zu unserer Konzeption und den damit verbundenen Regelungen müssen sie mit ihrer Unterschrift bestätigen.

Erfolgreiches Stufenmodell

Werden alkoholkranke Menschen in unsere Einrichtung aufgenommen, haben sie oft eine nur wenige Tage dauernde Entgiftung hinter sich. In dieser Phase ist das Verlangen nach Alkohol sehr stark und es besteht eine große Rückfallgefährdung. Hier bewährt sich das von unserer Einrichtung erarbeitete Vier-Stufenmodell. Die alkoholkranken Bewohner erhalten zu Beginn ihres Aufenthalts strenge Regelungen bezüglich Geldbesitz und Ausgang, die ihnen als Schutz vor einem Rückfall dienen sollen (Stufe 1). Gleichzeitig werden sie in arbeits- und beschäftigungstherapeutische Prozesse eingebunden.

Stabilisieren sich die Bewohner im Laufe der nächsten Wochen und haben keinen Alkoholrückfall, werden die Regeln bezüglich Geld und Ausgang schrittweise gelockert (Stufen 2 und 3).

In Stufe 4 sind dann keine Beschränkungen mehr erforderlich - die Betroffenen haben sich an das abstinente Leben gewöhnt und schaffen es, auch ohne diese Regelungen „trocken“ zu bleiben. Als stetige Hilfestellung erfolgen in allen Stufen regelmäßige Alkoholkontrollen

In den vergangenen sieben Jahren hat sich gezeigt, dass selbst bei Menschen, denen ein Alkoholverzicht sehr schwer fiel, unser Konzept zu einer nachhaltigen Abstinenz geführt hat. Die meisten unserer Bewohner befinden sich in Stufe 4 und können im Gegensatz zu früher viel selbstständiger und (von der Sucht) befreit leben. Der zuvor durch das regelmäßige starke Trinken sehr eingeschränkte Bewegungsradius hat sich erheblich erweitert und die Lebensqualität ist gestiegen.